Explodierende Rohstoffpreise und gestörte Lieferketten

Wie die Krise im Nahen Osten die Versorgung mit Medizinprodukten beeinflusst.

Die geopolitischen Spannungen am Persischen Golf wirken sich derzeit deutlich auf die globalen Rohstoffmärkte aus – mit spürbaren Folgen auch für die Medizinprodukte-Branche.

Die Preise von Rohöl und Gas sowie von wichtigen Ausgangsmaterialien für die Produktion von Einmalhandschuhen sind in kurzer Zeit stark gestiegen. Butadien hat sich seit Jahreswechsel um 97,5% verteuert, Acrylonitril um 45%. Acrylsäure und Ethylacrylat sind punktuell nicht mehr verfügbar.

Führende Rohstofflieferanten berufen sich auf höhere Gewalt (Force-Majeure). Die Drosselung ihrer Fertigungskapazitäten auf maximal 50% und die Schließung ganzer Produktionsanlagen führt zu weitreichenden Marktverknappungen.

Die Rohstoffe sind essenziell für alle Kunststoffprodukte, die in Krankenhäusern und im medizinischen Bereich Anwendung finden: Handschuhe, Schutzkittel, Drainagen und Vliesstoffe. Insgesamt hängen rund 70% des gesamten Verbrauchsmaterials von diesen Rohstoffen ab.

Auch die internationale Lieferketten sind unter Druck geraten: Unsichere Seewege, längere Transportzeiten und steigende Frachtraten erschweren die verlässliche Planung und Versorgung.

Als Hersteller von Medizinprodukten sieht sich die MaiMed GmbH mit diesem komplexen Zusammenspiel aus steigenden Kosten, knappen Ressourcen und logistischer Unsicherheit konfrontiert.

Um die Versorgungssicherheit auch unter diesen schwierigen Rahmenbedingungen zu gewährleisten, sind Preisanpassungen unumgänglich. Aufgrund der Komplexität und Volatilität der Marktlage sehen wir uns gezwungen, ab dem 24.03.2026 für die Produktgruppen Einmalhandschuhe und Schutzprodukte mit Tagespreisen zu arbeiten.

Wir verfolgen die Entwicklung aufmerksam, bewerten die Lage von Tag zu Tag neu und werden Sie kontinuierlich über Veränderungen auf dem Laufenden halten.

Rohöl und Gas sind die unverzichtbare Basis moderner Medizinprodukte

Ein Großteil der Medizinprodukte besteht aus kunststoffbasierten Materialien, die auf petrochemischen Vorprodukten beruhen. Einweghandschuhe, Schutzkittel und Masken sind ohne Erdöl und Erdgas als Ausgangsstoffe kaum denkbar. Gleichzeitig werden diese Energieträger auch für die energieintensive Herstellung von Kunststoffen und chemischen Zwischenprodukten benötigt.

Die Eskalation im Nahen Osten beeinträchtigt sowohl die Förderung als auch den Transport von Rohöl und Gas. Besonders kritisch ist die Lage momentan rund um die Straße von Hormus, eine der wichtigsten Meerengen für den weltweiten Energiehandel. Einschränkungen und Sicherheitsrisiken in dieser Region führen zu steigenden Preisen auf den globalen Märkten – auch für Länder, die Rohstoffe nicht direkt dort beziehen.

Für die Chemie- und Kunststoffindustrie bedeutet dies höhere Kosten, eine angespannte Versorgungslage und deutlich weniger Planungssicherheit. Erste Branchenverbände und Medien warnen bereits vor zunehmenden Engpässen bei zentralen Rohstoffen.

Steigende Produktionskosten und begrenzte Verfügbarkeit

Die hohen Energiepreise wirken sich unmittelbar auf die Produktionskosten aus – nicht nur in Europa, sondern weltweit. Viele Vorprodukte medizinischer Verbrauchsgüter werden in Asien gefertigt. Dort treffen steigende Energiepreise und eingeschränkte Rohstoffverfügbarkeit auf ohnehin ausgelastete Produktionskapazitäten.

Das Ergebnis ist ein wachsender Kostendruck entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Hersteller müssen Preissteigerungen auffangen, Produktionsmengen anpassen oder Beschaffung neu organisieren. Besonders betroffen sind Produkte mit hohem Materialeinsatz und geringer Substituierbarkeit, wie medizinische Einwegartikel.

Gestörte Seewege verlängern Lieferzeiten

Auch die globalen Transportwege geraten zunehmend unter Druck. Mit dem Persischen Golf und dem Roten Meer sind wichtige Handelsachsen zwischen Asien und Europa betroffen. Zahlreiche Reedereien sehen sich gezwungen, diese Routen zu meiden und ihre Schiffe aus Sicherheitsgründen umzuleiten.

Diese Umwege verlängern Transportzeiten um mehrere Wochen und treiben die Frachtraten deutlich in die Höhe. Gleichzeitig stehen weniger Transportkapazitäten zur Verfügung, was zu weiteren Verzögerungen führt. Für Unternehmen bedeutet das: längere Vorlaufzeiten, höhere Logistikkosten und größere Unsicherheiten in der Warenverfügbarkeit.

Mögliche Engpässe bei medizinischen Verbrauchsgütern

Medien und Branchenexperten warnen, dass sich diese Entwicklungen mittelfristig auch in der Versorgung mit Medizinprodukten bemerkbar machen wird. Besonders bei stark nachgefragten Artikeln wie Einweghandschuhen oder Schutzkitteln besteht das Risiko temporärer Engpässe, sollte die Situation anhalten.

Aus früheren Krisen wissen wir, dass Lieferketten oft zeitverzögert reagieren. Was heute „nur“ längere Lieferzeiten und höhere Preise bedeutet, kann sich Wochen später in eingeschränkter Verfügbarkeit niederschlagen.

Wir sind uns unserer Verantwortung bewusst

Die Krise im Nahen Osten zeigt einmal mehr, wie eng globale Politik, Energieversorgung, Industrie und Gesundheitswesen miteinander verflochten sind. Medizinprodukte entstehen heute in internationalen Wertschöpfungsketten, die auf stabile Rohstoffmärkte und funktionierende Logistik angewiesen sind.

Auch wenn viele Auswirkungen noch nicht unmittelbar spürbar sind, steht fest: Die aktuellen Entwicklungen werden die Branche weiter beschäftigen.

Für MaiMed bedeutet diese Situation vor allem eins: erhöhte Aufmerksamkeit und vorausschauendes Handeln. In einem zunehmend volatilen Umfeld gewinnen strategische Lagerhaltung, diversifizierte Lieferantenstrukturen und transparente Kommunikation an Bedeutung.

Als Hersteller von Medizinprodukten sehen wir es als unsere Verantwortung, uns frühzeitig auf veränderte Rahmenbedingungen einzustellen. Gemeinsam mit unseren Partnern entwickeln wir Lösungen, um die Versorgung unserer Kunden und das Preisniveau unserer Produkte möglichst stabil zu halten.

MaiMed ist auch unter schwierigen Bedingungen Ihr verlässlicher Partner im Gesundheitswesen.