Famulaturbericht, 25.02.–29.03.2019 –

Wir, das sind Felix, Lukas, Marc und Clemens, haben vom 25.02.2019 bis zum 29.03.2019 unsere Auslandsfamulatur auf den Cookinseln im Südpazifik absolviert.

Die Vorbereitungen zu unserer Reise, waren sehr kurzfristig, da uns ein anderes Famulaturprojekt im Herbst abgesagt hatte. Nachdem jedoch die Zusage von den Cook Inseln kam, konnten wir circa ein halbes Jahr vorher mit dem Sammeln von Spenden beginnen, indem wir verschiedene Dentalfirmen, Depots und Firmen für Hygieneartikel anschrieben. Der Flug wurde dann Anfang Dezember gebucht, nachdem wir das offizielle Bestätigungsschreiben der Zahnklinik auf den Cookinseln bekommen hatten. Hierbei empfiehlt es sich schon frühzeitig nach zusätzlichem, kostenfreiem Gepäck für Spenden anzufragen. Dies variiert von Airline zu Airline, kann aber durch energisches Nachhaken zum Erfolg führen. Den Flughafentransport und die Unterkunft hatten wir über den leitenden Zahnarzt des Gesundheitsministeriums auf den Cook Inseln organisiert, welcher uns im Mauke Hostel, nur wenige Minuten von der Zahnklinik, untergebracht hatte. Für 10 Dollar die Nacht im Gemeinschaftsaal, hatten wir das Hostel ganz für uns allein. Auch die Möglichkeit dort kostenfrei waschen zu können, bietet eine preiswerte und sehr gute Alternative, zu den doch preisigen Unterkünften in der Nähe für diesen langen Zeitraum.

Zur Vorbereitung galt es auch noch alle nötigen Versicherungen einzuholen. Eine Auslandskrankenversicherung kann günstig über die „Deutsche Ärzte Finanz“ abgeschlossen werden, eine private und berufliche Haftpflichtversicherung ist als Mitglied im FVDZ kostenlos verfügbar. Alle in Deutschland notwendigen Impfungen sind ausreichend, solange sie auf dem neusten Stand sind. Bei der Einreise auf die Cookinseln erhält man ein Urlaubsvisum von 31 Tagen. Bei einem längeren Aufenthalt, muss vor Ort im „Immigration Office“ eine Verlängerung für 20 Dollar beantragt werden.

Nachdem wir Sonntag ankamen, konnten wir uns zunächst an die Temperaturen und die hohe Luftfeuchtigkeit bis zu 90 Prozent!!! gewöhnen, bevor es dann Montag gleich mit dem ersten Arbeitstag losging. Auf der Hauptinsel Rarotonga sind soweit alle Materialien und Instrumente zum Behandeln vorhanden. Spenden, wie Füllungsmaterialien, Bonding, Verbrauchsmaterialien wie Absaug- und Spülkanülen und vor allem steriles Equipment für Wurzelkanalbehandlungen sind jedoch gern gesehen und erleichtern einem selbst das Arbeiten enorm, da so alles griffbereit und funktionstüchtig ist. Gebraucht werden vor allem Medikamente wie Dontisolon und Ledermix.

So lange alle Spenden im Koffer transportiert werden und ihnen ein Schreiben über die Funktion dieser, eine persönliche Adresse und die Anschrift vom Gesundheitsministerium der Cookinseln beiliegt, stellt das auch kein Problem dar. Die Klinik bietet soweit alles was man zum Behandeln braucht, auch wenn ein wenig Improvisationstalent nicht schadet. Auf 6 Behandlungsstühlen sind von Zahnreinigung und Prophylaxe über Füllungen, mit GIZ und Komposit und Extraktionen, bis hin zu Endo, alle Therapien durchführbar. Sogar Röntgendiagnostik, wie Zahnfilme und OPG sind möglich. Eine kleine Zahntechnik ist auch vorhanden und so ist ein wenig zahntechnisches Geschick, vor allem im Herstellen, Reparieren und Erweitern von Prothesen von Vorteil. Um lange Unterbrechungen zu vermeiden, empfiehlt es sich alle Verbrauchsmaterialien selbst mitzubringen, da es in der Klinik oft ungeordnet zugehen kann. Nach einer gewissen Einarbeitungszeit kann man aber durchaus auf einem gewissen Standard arbeiten. Die Amtssprache auf den Cookinseln ist Englisch, auf den Außeninseln wird Maori und Englisch gesprochen, wodurch die Kommunikation weitgehend problemlos war.

Nach 10 Tagen auf Rarotonga reisten wir weiter nach Mangaia. Für Hin- und Rückflug zahlten wir knapp 300€ mit Air Rarotonga. Flüge und Unterkunft organisiert man am besten von Rarotonga aus, da man eventuell Angebote oder spontane Planungsänderungen einfacher durchführen kann. Auf Mangaia wohnten wir in „Peggy’s House“ nur wenige, aufregend Gehminuten von der Klinik entfernt. Hierbei mussten wir die Unterkunft zunächst etwas auf Vordermann bringen, da das geplante Doktorshaus zu dem Zeitpunkt nicht verfügbar war. Nachdem wir uns eingerichtet hatten und die ersten Kokosnüsse aus unserem eigenen Garten probierten, ging auch schon die Arbeit auf der Outer Islands los. Da der letzte Zahnarzt vor knapp einem Jahr auf Mangaia war, hatten wir eine Menge zu tun und so durften wir in den drei Wochen auf Mangaia die Schüler aus der angrenzenden Schule, sowie die ortsansässigen Anwohner behandeln.

Das Anspruchsvolle daran war, dass wir komplett auf uns allein gestellt waren und als eigenständige Behandler, Therapievorschläge, sowie Behandlungsansätze in der Gruppe diskutieren und durchführen konnten. Vor allem Extraktionen, Füllungen und Prophylaxe gehörten zum Tagesgeschäft. Die Patienten waren alle sehr dankbar und waren neben ihrem Termin beim Zahnarzt auch noch über vier neue Gesichter auf der Insel sehr erfreut. So wunderten wir uns häufig über kurze Besuche Einheimischer, die nur einfach ein bisschen reden wollten bzw. uns landestypische Gerichte und Früchte vorbeibrachten.

Der Zahnarztstuhl auf Mangaia ist in einem guten Zustand, der Kompressor wurde während unseres Aufenthalts repariert und sogar einfache Zahnfilme waren möglich. Aus Rarotonga mussten wir lediglich Winkelstücke und so manche Spenden mitnehmen. Leider waren keine Technikerhandstücke, Zangen oder Kunststoff vorhanden, um Prothesen zu reparieren.

Unterstützt wurden wir bei der Terminvergabe in der Zeit von „Api“, der netten Krankenschwester aus der benachbarten Ambulanz, die uns auch gerne immer mal wieder Fisch oder mit unserer Lieblingsfrucht der „Bread Fruit“ überraschte, wodurch wir das ein oder andere Mal nicht selber kochen mussten. Nach den 3 Wochen auf der Außeninsel mussten wir leider die Insel wieder verlassen, damit wir die letzte Woche auf der Hauptinsel arbeiten konnten. Viele unserer Patienten ließen es sich nicht nehmen uns bis zum Flughafen zu begleiten und verabschiedeten uns auf ihre landestypische Weise mit Blumenketten und kleinen Geschenken. Gerade diese Dankbarkeit und Wertschätzung zeigte uns, das unsere Entscheidung nach Mangaia zu reisen, eine der besten unserer Famulatur war.

Im Allgemeinen sind die Lebenserhaltungskosten auf den Cookinseln relativ hoch und so sind Lebensmittel, vor allem auf den Außeninseln, teuer. Jedoch kann man durch eigenständiges Kochen oder selbstgefangenen Fisch, die Ausgaben relativ geringhalten.

Generell war es wichtig, sich gegen die vielen Mücken zu schützen, weshalb Moskitonetze und Mückenspray überlebenswichtig waren. Da die Leute auf den Cookinseln einen ganz anderen Lebensrhythmus haben, empfiehlt es sich außerdem, wichtige Angelegenheiten, wie das Verlängern des Visums oder eventuell verlorengegangenes Gepäck selbst zu organisieren.

Alles in allem kann man sagen, dass die Zeit im Ausland sowohl aus fachlicher als auch aus persönlicher Sicht sehr lehrreich war und wir unsere Kenntnisse und Fähigkeiten im Umgang mit Patienten sehr gut verbessern konnten. Das selbstständige Arbeiten und vor allem auch der Kontakt mit den Patienten, haben aus dieser Reise eine unvergessliche Erfahrung gemacht, da trotz alledem die Freizeit und das Erkunden des Landes nicht zu kurz kamen.

Besonders hervorzuheben und ein großes Dankeschön, richten wir an MaiMed GmbH, die großzügig gespendet haben, um uns und vor allem den Menschen auf den Cook Inseln zu helfen.